Als wenn wir alle reich wären…

Ein Tagebucheintrag einer 9. Klasse des Gymnasiums Burgstädt
(Workshop am 21. November 2023)


Hinweis: Die folgenden Tagebucheinträge und Szenen basieren auf einem fiktiven Szenario. Die Schüler*innen hatten die Aufgabe, einen erfolgreichen Umgang mit einem möglichen antisemitischen Vorfall zu zeigen.


Liebes Tagebuch,

heute ist mir etwas Schlimmes auf dem Schulhof passiert. Ich wurde von meiner Mitschülerin verbal angegriffen. Nur weil ich jüdisch bin, ist sie davon ausgegangen, dass wir alle reich sind. Als wenn uns nur aufgrund unseres Glaubens alles zugeflogen käme. Dabei schlagen wir uns in Wahrheit nur durch.

Dieses Vorurteil hat mich verunsichert und verärgert. Zum Glück kam Frau Müller und hat Emma dazu gebracht, sich bei mir zu entschuldigen. In Zukunft will ich mich selbst darum kümmern, dass mir sowas nicht wieder passiert.


Wie sich die Szene abgespielt hat…

 Handelnde Personen:  

  • Sophie – Schülerin  
  • Luise – Schülerin  
  • Frau Zayne – Lehrerin  

Es klingelt zur großen Pause. Alle Schülerinnen und Schüler strömen von den Fluren auf den Hof. Luise packt gerade ihr Pausenbrot aus, als Sophie auf sie zukommt.

Sophie (aggressiv): Oh, was machst du denn schon wieder hier? Du nervst mich so!

Luise (verwirrt): Warum?

Sophie (spöttisch): Geh doch zu deinen reichen Eltern!

Luise (entschlossen): Das ist total klischeehaft. Wir können uns kaum über Wasser halten.

Frau Zayne bemerkt die Auseinandersetzung und nähert sich.

Frau Zayne: Was ist denn hier los?

Sophie: Hier, Sophie hat mich antisemitisch beleidigt.

Frau Zayne (bestürzt): Stimmt das?

Sophie (zögernd): Ja, also… Die sind doch alle reich!

Frau Zayne (entschieden): Das sind Vorurteile! Wir reden später darüber. (zu Luise) Wie geht es dir?

Luise fühlt sich verletzt und unsicher, während Frau Zayne versucht, die Situation zu klären und Luise zu beruhigen.

Luise (zurückhaltend): Es geht so, Frau Zayne. Danke.

Frau Zayne (besorgt): Tut mir leid, dass das passiert ist, Luise. Ich werde das mit Sophie besprechen. Bitte geh schon mal in die Pause, ich komme gleich nach.

Luise nickt und geht etwas bedrückt in Richtung Pause.

Sophie (unruhig): Ich hab doch nur…

Frau Zayne (bestimmt): Sophie, das ist nicht das erste Mal, dass du in solche Konflikte verwickelt bist. Antisemitische Bemerkungen oder Vorurteile jeglicher Art sind inakzeptabel. Wir müssen darüber sprechen.

Sophie (zögernd): Aber ich habe doch nur…

Frau Zayne (unterbricht sie): Ich möchte, dass du darüber nachdenkst, wie deine Worte andere verletzen können. Das ist ein ernstes Thema, Sophie. Wir müssen respektvoll miteinander umgehen.

Frau Zayne führt Sophie weg, um das Gespräch in Ruhe fortzusetzen, während Luise sich auf dem Weg zur Pause noch immer verletzt und nachdenklich fühlt.

Redaktion: LK.